Sophie ist gegen... aufdringliche Verwandte
Von Sophie am .
Viel Essen, Geschenke – Familienfeiern haben auch Vorteile. Bis auf diesen Aspekt: Jedes Mal kommt irgendein Teil der Verwandtschaft an und fragt „Und?? Weißt du denn auch schon, was du nach dem Abi machen willst??“ oder „Was willst du denn mal werden?“ oder „Hast du nicht langsam einen Plan für die Zukunft?“.
Viel Essen, Geschenke – Familienfeiern haben auch Vorteile. Bis auf diesen Aspekt: Jedes Mal kommt irgendein Teil der Verwandtschaft an und fragt „Und?? Weißt du denn auch schon, was du nach dem Abi machen willst??“ oder „Was willst du denn mal werden?“ oder „Hast du nicht langsam einen Plan für die Zukunft?“. Und egal was man antwortet, irgendwie passt es nicht. Du weißt es noch nicht? „Na, das wird aber langsam mal Zeit! So lange ist das nicht mehr hin!“ Du bist dir sicher und hast einen spezifischen Berufswunsch? „Oh, du willst das werden?! Das ist aber keine gute Idee. Alles, nur nicht der Beruf! Den finde ich ja furchtbar!“ Du willst studieren, aber weißt noch nicht, welchen Beruf du machen willst? „Mit dem Studium bekommst du doch nie einen Beruf, was willst du denn damit machen?!“
Auch außerhalb der Verwandtschaft kann man der Frage nach seiner Zukunft irgendwie nicht ausweichen. Überall ist Werbung für Ausbildungsplätze, Studiengänge oder Berufe zu sehen, in der Schule wird darüber geredet und wenn man Pech hat, fragen auch noch Freunde nach.
Wenn man noch keine Antwort hat, baut das einen verdammt großen Druck auf. Einem wird das Gefühl gegeben, man müsse tausende Erwartungen gleichzeitig erfüllen, damit Oma zufrieden ist und man seine Fähigkeiten nutzt, und irgendwie soll das Ganze dann auch noch Spaß machen. Gibt es überhaupt den richtigen Weg für jeden?
Natürlich könnte man jetzt sagen, man soll sich das alles nicht so zu Herzen nehmen, es ist nur wichtig, was man selbst will. Aber so einfach ist das nicht, rein psychologisch wird das nicht funktionieren, dafür ist der Mensch viel zu sehr darauf aus, anderen um sich herum zu gefallen.
Viel einfacher könnten wir etwas an den Druckfaktoren verändern. Es ist wichtig, sich für einen Weg in der Zukunft zu entscheiden, aber das heißt noch lange nicht, dass man andauernd nachbohren muss, ob der denn schon feststeht. Wir sollten versuchen, etwas weniger Wert darauf zu legen, dass jeder seinen Weg kennen muss. Vielleicht hilft es schon, nicht andauernd bei seinen Freunden oder Verwandten nachzufragen. Oder nicht unbedingt die Achte Stunde zur Berufsfindung zu machen.
Und vor allem: Wir sollten nicht darüber urteilen, was der Gegenüber als Berufs- oder Studienwahl trifft. „Du wirst damit unterfordert sein“ oder „Das wird zu anstrengend“ ade – denn die einzige Person, die das wirklich einschätzen kann, bist du selbst. Und wenn du denkst, dass etwas das richtige ist, dann wird das auch stimmen. Und wenn nicht? Davon geht auch nicht die Welt unter, eine Berufswahl ist nicht in Stein gemeißelt, man kann Berufe auch wechseln.
Generell brauchen wir einen positiveren Blick auf die Zukunft. Unsere Eltern haben es geschafft, einen guten Beruf zu finden, und unsere Großeltern auch - Wir schaffen das auch.