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...Mülltrennung

Nachhaltigkeit, das Trauma von jeder/m Schülerin und Schüler, der in seinem Leben Erdkunde nicht lebt und liebt. Den Sinn hat jeder schnell verstanden - etwas ist nachhaltig, wenn es zukunftsfähig ist, zwei Jahre Erdkundeunterricht abgekürzt. Da ist es erst mal erfreulich, wenn ein  Mülltren-nungsprojekt in einer damals 7ten Klasse eingeführt wird.

Einführend muss ich vorsichtig sagen, es wird wohl eher durchgesetzt sein, denn dabei wurde den Schüler und Schülerinnen mit allem Demokratieverständnis beigebracht, warum Mülltrennung so dufte ist, was auf Deutsch so viel heißt wie: „Hier habt ihr was Tolles, wir diskutieren das nicht, aber es ist toll.“

Der Hintergedanke von Mülltrennung ist grundlegend sinnvoll, denn damit Glas, Papier, Biomüll und Plastik recycelt werden kann, trennen wir es zuhause und packen es dann liebevoll in Tonnen oder Säcke.

Das ist natürlich eine Wunschvorstellung. Jeder kennt den Müll, der nicht den Weg in sein passen-des Abfallbehältnis findet oder gänzlich in der falschen Tonne landet. Gebt es zu, jeder tut es im-mer mal wieder.  Daher wird der in der Aufbereitungsanlage eingelieferte Müll auch nochmal sor-tiert, damit man den saubersten Müll ganz im Still von bewusstem Leben als Rohstoff nutzen kann.

„Offiziell“ werden alle wiederverwendet, also aus ihnen werden neue Produkte produziert, formal. Denn da kommt die Magie der Sprache ins Spiel, denn was klingt schöner - Müllverbrennung oder thermisches Recycling?  So werden zum Beispiel nur etwa 50 Prozent des gesammelten Plastik wie-derverarbeitet, der Rest landet in der Verbrennungsanlage und am Ende in unserem Haushalt als Strom und bei uns zum Glück in sehr teuren Filteranlagen, was zwar den Emissionsausstoß verrin-gert, aber das Kernproblem nicht behebt: Was verbrannt wird, ist für immer weg.

Das ist ja auch das Irrsinnige an der Logik dieses Projektes: Die Müllentsorgung ist nicht das Prob-lem, die hat nur noch pädagogischen Charakter, denn der Müll wird so oder so in den Anlagen nochmal getrennt. Vielleicht fördert das ein bisschen Umweltbewusstsein, aber wie wäre es damit, wenn man einfach weniger Müll produziert?

Ist nur eine Idee, aber wenn man weniger Müll hat, dann muss man weniger recyceln. Das würde grundlegend auch weniger Rohstoffe benötigen, was wiederum deutlich weniger Emission bedeu-ten würde, was immerhin Probleme lösen würde. Diese Klasse trennt also tagtäglich ihren Müll, bringt ihn dann zu den jeweiligen Behältnissen, welcher dann nochmals getrennt wird. Wobei häu-fig ziemlich unklar ist, was wo rein muss.

Stattdessen ist es deutlich sinnvoller, die Klasse zu weniger Müll zu überreden, was sie selber dann auch anwenden könnten, sie könnten sich Alternativen überlegen, vielleicht auch eigene Projekte starten, aber nein, sie werden zu einem System gezwungen, was mehr Arbeit und eingeschränkten  Nutzen bedeutet. Da hätte man sich die Stunden ja auch sparen können und sie lieber zu FFF schi-cken können, denn immerhin hätten sie dort was Nachhaltiges gelernt.