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Strömsheet braucht eine Brille

Erstellt von Janice Lampe, Line Stock und Malwine Walter | | Der Rest.

Arbeit am PC, das stundenlange Starren auf das Smartphone – immer mehr Menschen und vor allem immer mehr Schüler benötigen eine Brille. Eigentlich ist der Weg dann klar, ab zum Arzt, ab zu Fielmann und fertig. Es geht aber auch anders: Wie behauptet sich ein selbstständiger Optikermeister auf dem umkämpften Markt zwischen den großen Ketten? Da die 10A der EBS gerade sein Schaufenster mit einem Kunstprojekt dekoriert hat, besuchen wir einfach Herrn Heine in Kleefeld.

Der Kunde steht mit einem fragenden Gesichtsausdruck vor dem Regal mit den Kontaktflüssigkeiten und Herr Heine weiß sofort, was zu tun ist. Mit zügigen Schritten geht der gelernte Optiker auf seinen Kunden zu.

Doch das, sagt er, müssen seine Kunden auch wollen:„ Kommt halt drauf an, ob der Kunde sich von so `nem alten Sack wie mir etwas sagen lassen will, oder lieber von einer jungen Dame!“

Der Selbstversuch zeigt aber – für Strömsheet-Redakteurin Emma findet er mit einem Griff die passende Brille. Der Optikermeister weiß sofort, welches Modell seinen Kunden passen könnte. „Ich gehe eben mit offenen Augen durch die Stadt und dank meinen drei Kindern bin ich immer auf dem neusten Stand und weiß, was gerade im Trend ist!“

Die Brillen, die in seinem Laden zu kaufen sind, wählt er nach Hochwertigkeit aus, aber auch nach seinem Bauchgefühl. Klar wäre es besser für sein Geschäft, wenn er nur teure Brillen verkaufen würde. Aber, sagt er: „Es kommt einfach darauf an, dass die Brille den Kunden glücklich macht, das macht mich ebenfalls glücklich.“

Schon seit 1983 bereitet ihm sein Job Spaß, doch der Weg dahin war nicht leicht. „Man muss sich das schon trauen und hoffen, dass es gut geht.“ Denn um selbstständig ein Geschäft zu eröffnen, muss man ein gewisses Risiko eingehen. Dass Herr Heine Optiker werden würde, war für ihn nicht von Anfang an klar. Die Schulzeit endete für ihn früher als erwartet, denn er brach die Schule ab. Erst als er feststellte, dass Kleefeld noch einen Brillenladen benötigen könnte, kam ihm die Idee, mit seiner Frau ein Geschäft auf die Beine zu stellen. Diese versucht auch heute noch das Schaufenster so zu gestalten, dass es dem Kunden sofort ins Auge sticht. Um dies zu erreichen, startete sie einen besonderen Versuch und ließ die zehnte Klasse der Elsa das Schaufenster dekorieren.

Einen Laden zu führen sei „nicht so easy“, da er sich nur dank der Stammkunden über Wasser halten könne. Sein Erfolgsrezept erklärt er so: „Ich versuche Gespräche auf Augenhöhe zu führen. Das und die Individualität macht das Geschäft aus.“

Im Gegensatz zu den großen Ketten wie Fielmann, Kind oder Staude bietet er viel persönlichen Service an. Wenn ein Kunde mit einer breiten Nase eine Brille kaufen möchte, passt er die Brille einfach in seiner eigenen Werkstatt an die Nase an. Dort schleift er auch die Brillengläser. Denn nur damit setzt er sich zwischen den starken Konkurrenten durch – in seiner „Nische“.

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Optiker Heine
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Schaufenster-Deko (10a)
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Schaufenster-Deko (10a)