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Ehemaligentreffen - Eine Reise in die Vergangenheit

Erstellt von Anna Thiem und Finn Beholz | | Schulsachen

Freudige Umarmungen, Schwelgen in Erinnerungen, die Worte „Wir haben uns ja seit Jahren nicht mehr gesehen“ fallen zum 54. Mal. Das sieht doch verdächtig nach einem Ehemaligentreffen aus…

Jedes Jahr organisiert der Förderverein das Treffen – dieses Mal trafen sich silberner, goldener und sogar drei Damen aus dem diamanten Jahrgang wieder dort, wo sie vor 25, 50 oder 60 Jahren Abitur gemacht haben, an der Elsa-Brändström-Schule. Welche Erinnerungen zum Vorschein kommen und wie die Ehemaligen unsere Schule heute sehen, all das und mehr im folgenden Interview…

Interview mit Frau Jürgensmann, Frau Pular und Frau Hartmann, Abiturjahrgang 1958

Strömsheet.de:Haben Sie noch Erinnerungen aus ihrer Schulzeit?
Frau Jürgensmann: Ja, noch ganz ganz viele, aber so im Einzelnen kann ich das gar nicht genau sagen. Aber durchaus überwiegend positiv.
Strömsheet.de:Was haben Sie für einen Eindruck von unserer Schule heute? Hat sich viel verändert?
Frau Jürgensmann: Alles viel lichter, viel heller, viel freier. Gefällt mir.
Strömsheet.de:Jetzt haben sich ja Schülervertreter und Konfliktschlichter vorgestellt, hatten Sie damals auch so etwas?
Frau Pular: Nee, nee das war fast wie zu Kaisers Zeiten. Das brauchten wir auch gar nicht, wir haben uns alle gut verstanden. Da gab’s keine Schlägereien. Da gab’s ja auch nur Mädels. Und da hatte man auch noch eine andere Einstellung den Andern gegenüber.
Strömsheet.de:Meinen Sie, Sie hatten damals mehr Respekt voreinander oder wie meinen sie das?
Frau Pular: Ja, Respekt, das Wort kannte man bei uns noch.
Strömsheet.de:Wie war denn das Verhältnis zu ihren Lehrern?
Frau Jürgensmann: Ich denke mal mit etwas größerem Abstand, aber es gab durchaus ein paar an die man sich hätte wenden könne. Frau Dr. Dansmann. Herr Hoppe…
Frau Pular: Mmh das weiß ich nicht, aber das war auch das Problem an einer reinen Mädchenschule und  ich bin auch noch ohne Vater aufgewachsen. Von daher, also zu einem Mann wär ich nicht gegangen.
Frau Hartmann: Ja, aber auch in der 5. Klasse haben die Lehrer uns sehr geholfen in die Gemeinschaft reinzukommen, gerade bei den großen Klassen. Und wir hatten dann gemeinsam auch Weihnachtsfeste, aber dann noch in der Aula von der Wilhelm-Raabe-Schule, unsere war ja kaputt, eine Ruine. Und alle in der Klasse haben Kriegserlebnisse mit sich rumgeschleppt, da haben die Lehrer nicht mit uns drüber gesprochen, keiner eigentlich, das war absolut Tabu-Thema.
Strömsheet.de:Wären Sie denn lieber auf einer geschlechter- gemischten Schule gewesen?
Frau Jürgensmann: Also ich war vorher auf der Mittelschule in Sarstedt und es war nach dem Krieg, es waren ganz andere Zustände als heute, könnt ihr euch gar nicht vorstellen. Und das war eine gemischte Klasse. Also ich hab das als furchtbar empfunden, die Jungs waren schrecklich und ich war ganz klein und zurückgeblieben, viele haben auf mir rumgehackt. Hier unter Mädels hab ich mich wirklich wohler gefühlt.
Frau Pular: Also ich war ja schon seit dem Kindergarten immer nur mit Mädchen zusammen und nach 12 Jahren reiner Mädchenschule bin ich an die technische Hochschule gekommen und da gab es 4000 Studenten und davon 40 Frauen, das war schon ein großer Unterschied. Das hat mir dann auch rückblickend besser gefallen unter Frauen und Männern zu sein.
Strömsheet.de:Wie würden Sie ihre Schullaufbahn in ein paar Worten zusammenfassen?
Frau Hartmann: Viel weniger Unterricht und genauso so viel Gelerntes oder Leistung wie heute.
Frau Jürgensmann: Chaos

Interview mit Abiturjahrgang 1968

Strömsheet.de:Wieso haben Sie sich entschlossen heute zum Ehemaligentreffen zu kommen?
Ich hab mich ja erst gestern entschlossen hierherzukommen, weil ich jetzt eigentlich im Flieger nach Griechenland sitzen sollte, aber das dann nicht geklappt und dann hab ich gedacht komm ich doch, um meine alten Schulkollegen wiederzusehen und dann war mein Gedanke aber: oh Gott hoffentlich erkenn ich die überhaupt alle wieder. Und es ist erstaunlich, bei manchen haben sich die Gesichter kaum verändert, die hab ich gleich wiedererkannt. Anderer Haarschnitt, andere Haarfarbe aber die Gesichter doch so vertraut.
Strömsheet.de:Welche Erinnerungen haben Sie denn noch von ihrer Schulzeit?
Einige Klassenfahrten, die waren sehr lustig und auch an einige Lehrer. Aber ganz besonders war auch eine wunderbare Aufführung von Carmina Burana, die wir gemacht haben und weil wir ja keine Jungs an der Schule hatten, sind dann die Schüler von der Tellkampf- und der Bismarckschule gekommen und unsere Väter oder Brüder haben mitgesungen, das war ein wahnsinnig tolles Erlebnis. Unterricht hatten wir auch immer nur von acht bis halb zwei und nie am Nachmittag, das war schön.

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