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Strömsheet feiert die Pressefreiheit

Erstellt von Janice Lampe und Line Stock | |   3

Wie die Strömsheet-Redaktion ihre Lehrerin loswerden könnte und was sie sonst noch beim journalistischen Arbeiten beachten sollte, hat sie sich von einem Profi erzählen lassen. Zum Tag der Pressefreiheit besuchte Christiane Eickmann, ehemalige Journalistin bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und Geschäftsführerin des Deutschen Journalistenverbands Niedersachsen die Redaktion.

„Das klingt jetzt wie Omma erzählt aus dem Krieg“ sagt Christiane Eickmann, während sie über ihre Zeit bei der Schülerzeitung spricht. Damals gab es noch nicht die modernen Möglichkeiten, um eine Online-Zeitung auf die Beine zu stellen – zu ihrer Zeit bei der Schülerzeitung „Kompass“ in Großburgwedel musste man noch kleben und drucken. Wichtig aber ist, erzählt sie uns, dass wir diesen Artikel eigentlich auch ohne die Zustimmung von Frau Kutsche veröffentlichen dürften. Und genau darum geht es am Tag der Pressefreiheit. Denn zu der Pressefreiheit gehört auch, dass jeder seine eigene Meinung aufschreiben, sagen und veröffentlichen darf. Eben auch, wenn sie kritisch ist und ohne, dass die Schulleitung oder Lehrer es erlauben.

„Ich will Sie nicht wegmobben“ sagt Frau Eickmann zu Frau Kutsche. Aber so ist es. In Ländern wie Bayern, zum Beispiel, wird die Sache mit der Pressefreiheit nicht so ernst genommen. Bei einem lustig gemeinten Scherz über den Papst oder wenn kritisch über ein politisches Thema geschrieben wird, dann wird die ein oder andere Schülerzeitung auch mal eingesackt. Das sei häufig so bei Sachen, die witzig gemeint waren, dann aber falsch aufgenommen wurden. Wie mit Jan Böhmermann, der einen Witz über den türkischen Präsidenten Erdogan machte. Also dürfte rein rechtlich gesehen niemand unsere Schülerzeitung zensieren.

Denn Journalisten haben eine wichtige Kontrollfunktion und  ohne dieses wichtige Grundrecht der Pressefreiheit wäre das gar nicht möglich. „Der Journalistenberuf ist frei“, sagt Frau Eickmann. Es soll nach den Erfahrungen des Nationalsozialismus keine staatlich gelenkte Presse mehr geben. Dabei gibt es immer jemanden, dem es nicht passt, was man schreibt, denn Journalismus kritisiert auch: Wirtschaftsunternehmen, Politiker, öffentliche Personen. Daher gibt es auch in der deutschen Politik Gegner der Pressefreiheit. „Die AFD ist ein Riesenproblem und eine Bedrohung für die Pressefreiheit“, meint Frau Eickmann ernst. „Wenn die AFD an der Macht wäre, wären die Journalisten die ersten, die raus fliegen“, sagt sie.

So weit ist es in Deutschland noch nicht. Aber in Ländern wie der Türkei oder China ist die nicht wirklich vorhandene Pressefreiheit ein richtiges Problem. „Ach, der ist doch nächste Woche wieder draußen!“, hieß es zum Beispiel in der Madsack Redaktion, als der deutsch-türkische Journalist Dennis Yücel verhaftet wurde. Tatsächlich saß er über einen längeren Zeitraum im Gefängnis fest. Häufig werden Journalisten und Journalistinnen festgenommen, weil sie kritische Fragen stellen. Umso wichtiger ist es also, seine Meinung zu äußern und gut zu recherchieren.

Journalisten arbeiten häufig nach dem Sechs-Augen-Prinzip, um zu kontrollieren ob das, was der Kollege geschrieben hat, fehlerfrei ist, aber vor allem um zu überprüfen, ob es auch stimmt.

Vor lauter Recherche sollte man aber nie vergessen, mit der Zeit mitzugehen. Um auch junge Menschen dazu zu bewegen, sich über das Weltgeschehen zu informieren. Zum Beispiel auf Snapchat, Instagram, Youtube oder Facebook . Wie sehr Jugendliche sich für Politik interessieren, hat die Journalistin von ihrer eigenen Tochter gelernt: „Ich kann nicht telefonieren, ich rufe gerade den CDU- Abgeordneten an!“ Es ging um Artikel 13 der Urheberrechtsreform der EU und ein Youtuber hatte die Nummer unter das Video geschrieben. Schon beschwerte sich Christiane Eickmanns Tochter.

Obwohl die Pressefreiheit so starke Gegner hat, hält sie sich bei uns in Deutschland trotzdem schon seit Jahren. Das beweist, dass sich die Bürger schon früher für die freie und öffentliche Meinungsäußerung eingesetzt haben. Und genau das wünscht sich Christiane Eickmann auch für die Zukunft.

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1 Christiane Eickmann erklärt die Arbeitsweise von Medien
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Im Gespräch mit der Strömsheet-Redaktion
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Hannes hat eine Frage. Und eine Meinung.
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Keine Veranstaltung ohne Dokumentation