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Auf dem Weg in die Zukunft - Eine Schülerin in der Berufsfindung

Erstellt von Annemarie Wick | | Schulsachen

Dieses Jahr begann sie besonders früh – die Abiturphase. Den Kopf voller Unterrichtsstoff kann sich kaum ein Zwölftklässler vorstellen, wie es denn eigentlich nach dem Abitur weitergehen soll. Annemarie Wick hat eine Zwölftklässlerin auf dem Weg zur Berufsberatung begleitet.

Die Stadtbahn mit der Nummer 5 aus Hannover ist wie jeden Tag voll mit Menschen. Alle Plätze sind besetzt, die Menschen drängen sich in den engen Gang. Immer wieder muss der Bahnfahrer sie bitten, die Türen frei zu machen. Sie alle fahren zur Schule, Arbeit, zum Arzt oder einkaufen. Eine weibliche Stimme ertönt. ,,Braunschweiger Platz.“ Einige Menschen springen auf, fast hätten sie ihren Ausstieg verpasst. Sofort steigen neue Fahrgäste in die Bahn ein. Eine Duftwolke aus verschiedenen Parfüms und Deos strömt in den Wagon. Stehende Schülergruppen unterhalten sich lautstark über ihre Hausaufgaben und anstehende Tests. Mittendrin sitzt ein Mädchen, die langen braunen Haare offen, eine weiße Bluse hat sie mit einer schwarzen Jeans kombiniert. An ihrem Handgelenk glänzen eine silberne Uhr und ein Armreif. Ihren blauen Rucksack hat sie sich auf den Schoß gelegt. Sichtlich nervös schaut das Mädchen aus dem Fenster und umklammert dabei ihren Rucksack. Langsam setzt sich die Bahn wieder in Bewegung. Die nächste Station heißt Steintor. Das junge Mädchen hat hier ihre Zielhaltestelle erreicht. Unterwegs hat sie ihre gut vorbereitete Bewerbungsmappe nochmal durchgelesen. Diese sollte sie zu dem Termin mitbringen. Sie steigt aus dem Wagon aus und muss sich durch die Menschenmenge schieben. Dabei hält sie den Rucksack eng bei sich. Anica Velden ist auf dem Weg zu der Bundesagentur für Arbeit. Dort hat die 17- Jährige einen Termin zur Berufsberatung vereinbart. Anica wird im Sommer 2019 ihr Abitur an der IGS Kronsberg in Hannover absolvieren. Ein Ereignis, über das sich die Schülerin eigentlich freuen sollte, denn für sie beginnt dann ein neuer Lebensabschnitt. Jedoch macht ihr diese Ungewissheit, nicht zu wissen was kommen wird, Angst. Bisher war  ihr Leben von der Schule bestimmt. Jeden Sommer wusste sie, dass sie nach den Sommerferien wieder in die Schule geht. Doch dieses Jahr hat sie unglaublich viele Möglichkeiten ihr Leben weiter zu gestalten. ,, Man kann studieren, ein duales Studium, ein freiwilliges soziales Jahr machen oder man fängt eine Ausbildung an. Dieses große Angebot ist toll, aber es kann einen auch erschlagen.“ Auf der Internetseite der Agentur für Arbeit, hat Anica in der Rubrik Studium und Ausbildung zu Hause bereits einige Onlinetests absolviert. Jedoch kamen immer unterschiedliche Berufsfelder als Vorschlag heraus. Neben Berufen im Bereich Sozialpädagogik, wurde Anica auch der Bereich Ernährung, sowie Verwaltung vorgeschlagen. ,,Ich bezweifele, dass so ein Test, anhand von wenigen Fragen, genau weiß, welcher Beruf zu mir passen würde. Darum habe ich einen Termin in der Agentur für Arbeit vereinbart, weil ich denke, dass ein Berufsberater in einem persönlichen Gespräch, eher meine Stärken und Schwächen kennenlernt und mir so auch einen passenderen Berufsvorschlag machen kann.“  Anica treibt in ihrer Freizeit viel Sport, sie macht Hockey und Schwimmen. Sie arbeitet nebenbei als Babysitterin. In der Schule ist sie gut in Naturwissenschaften. ,,Mein Problem ist es, dass ich so viele Berufe interessant finde. Ich könnte mir vieles vorstellen, aber ich weiß nicht ob ich eher der Typ für ein Studium oder für eine Ausbildung bin. Man bekommt in der Schule einfach nicht viele Informationen über verschiedene Berufsmöglichkeiten.“

Als Anica sich an der Rezeption der Agentur für Arbeit meldet, wird sie von einer netten Frau in Empfang genommen. Die Frau nennt ihr die Nummer des Raumes für ihr Gespräch. Anica muss durch das große Gebäude der Agentur für Arbeit laufen, bis sie ihren Raum findet. Die Berufsberaterin stellt sich als Frau Richter1 vor und schon geht es los. Frau Richter fragt Anica nach ihren Interessen und Stärken, die sie in einen  ,,Sack“ schreibt. Danach suchen die beiden gemeinsam nach passenden Berufe und schauen auch schon nach einigen Ausbildungsstellen. Frau Richter bestärkt Anica darin, das zu tun, was sie wirklich gerne machen möchte und was sie interessiert.

Nach einer guten Stunde wird Anica von Frau Richter verabschiedet. Die nette Berufsberaterin wünscht ihr noch alles Gute für ihre berufliche Zukunft. Anicas Augen strahlen, ihren Rucksack trägt sie jetzt locker über einer Schulter und umklammert ihn nicht mehr wie vorher. ,,Durch meine Interessen und Stärken, sind wir quasi gemeinsam auf die Idee einer Ausbildung zur Erzieherin gekommen.“ Anica hat bereits ihr Schülerpraktikum in einer Kindertagesstätte gemacht und war danach auf überzeugt, Erzieherin zu werden. Der gesellschaftliche Druck, nach dem Abitur studieren zu müssen, hatte sie jedoch verunsichert. Nach dem Gespräch ist sie sich aber wieder sicher, dass der Beruf der Erzieherin super zu ihr passen würde. Zuhause angekommen, setzt Anica sich euphorisch an den Computer und recherchiert nach Stellen für die Ausbildung zur Erzieherin. Diese würde schon zum 01.08.2019 beginnen, also verschickt Anica noch am selben Tag Bewerbungen an verschiedene Schulen.

Nach einigen Wochen hat sie sogar schon einen Termin zu einem Vorstellungsgespräch bekommen, auf das sie sich sehr freut. Einen Beratungstermin in der Agentur für Arbeit, würde Anica Velden jedem empfehlen. ,,Endlich weiß ich, was ich nach dem Abitur machen will. Nun kann ich mich auf die Zeit nach dem Abitur freuen.“

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