Zum Inhalt springen

Der wichtigste Mann der Schule: Jörg Brodhagen

Erstellt von Victoria und Malika | | Schulsachen

Natürlich kennt ihn jeder, aber die meisten von uns Schülern nehmen den Hausmeister nicht richtig wahr. Täglich sieht man ihn durch die Schulgänge laufen, bestimmt auf dem Weg zu etwas Wichtigem. Doch wer hätte gedacht, dass ohne ihn gar nichts rund läuft und das nicht nur in der Schule. Victoria und Malika haben Jörg Brodhagen bei seinen Aufgaben begleitet:

Noch bevor die Schulglocke klingt, erledigt der Hausmeister einen großen Teil seiner täglichen Arbeit. Jeden Tag um 06:00 Uhr steht er in unserer Schule, bereit zum Arbeiten.
Erst einmal werden wichtige E-Mails durchgelesen. Dann heißt es, was sagt die Stadt Hannover? Was gibt es Neues über das Gebäude und vor allem, wann kommt endlich das bestellte Klopapier an? „Man muss immer auf dem neusten Stand sein“, sagt er. Dies ist selbstverständlich wichtig. Das bedeutet viel Papierkram.

Dann wird alles kontrolliert. Sind die Türen aufgeschlossen, die Lichter an und der Schulhof und die Mülleimer sauber? „Manchmal dauert es nicht sehr lange, doch Vögel können einem einen großen Strich durch die Rechnung machen. Die Vögel zerreißen Mülltüten, um nach Essen zu suchen und verteilen den anderen Müll quer über dem Schulhof“, erzählt er.

Zu seinen Aufgaben gehört auch, das Gebäude instand zu halten. Die Schulsanierung ist nun knapp acht Jahre her und die neue Schule hat schon einen Einbruch, nicht nur einen Wasserschaden, Graffitischmierereien, den Ausfall von Heizungen und vieles mehr hinter sich. Das klingt nach einer Menge, doch der Hausmeister erklärt: „Man müsste dies natürlich erst einmal mit anderen Schulen vergleichen, ich habe, ehrlich gesagt, schon Schlimmeres gehört. Unsere Schule hält sich ganz gut für die acht Jahre“. Er scheint optimistisch und zuversichtlich in seinem Job.

Ohne ihn hätten wahrscheinlich viele Schüler schon ihre Sachen verloren oder Spinde nie aufbekommen. „Ich bin in dieser Schule der erste Ansprechpartner für fast alle. Haben Schüler und manchmal auch Lehrer ein Problem, kommen sie meistens zu mir. Lehrer kommen meist wegen Materialien“, fügt er hinzu. Herr Friebe war zu unserer Aufenthaltszeit beim Hausmeister und fragte, ob er die Reflektoren endlich aus dem Keller verbannen könnte. „Es wirkt seriöser, wenn wir sie um den kleinen Wasserschaden bauen“, ist die Antwort des Hausmeisters.

„Ein gutes Beispiel war das gerade“, sagt uns der Hausmeister, nachdem Herr Friebe gegangen ist. „Schüler kommen natürlich meistens nur, weil sie ein Problem mit ihrem Spind oder etwas verloren haben“, ergänzt er. „Die Reinigungskräfte kommen auch manchmal, denn zu meinem Job gehört, zu überprüfen, ob sie alles richtig machen. Meistens komme ich aber zu ihnen“.

Doch was denkt er über seinen Job und was hat er davor gemacht? Tatsächlich lernte Herr Brodhagen für ganze vier Jahre den Beruf Bäcker und arbeitete als Bademeister, doch am Ende ist es der Hausmeister-Job geworden. „Mein Job gefällt mir auch sehr“, sagt er. „Man ist nie alleine und hat tolle Arbeitszeiten. Am frühen Nachmittag komme ich nach Hause und muss nichts mehr tun. Außerdem sind da noch die lustigen Vorfälle, die sich über die Zeit ansammeln“.

„Und von hier aus steuere ich vieles“, sagt er. Neben seinem Schreibtisch sind Knöpfe in allen Farben und Größen angeordnet, darunter ein großer, roter Knopf, wie man ihn sonst nur aus Filmen kennt. „Der Amoklaufknopf“, erklärt er. „Ist natürlich nicht so schön, aber wichtig. Ich muss auch darauf achten, ob komische Gestalten in diese Schule hineingehen. Natürlich ist noch kein Amoklauf passiert, aber wenn ich jemanden sehe, der mir verdächtig vorkommt, muss ich diesen Knopf drücken“.

Er erzählt auch von Vorfällen mit ehemaligen Schülern, die in die Schule kommen und versuchten, Gras zu verkaufen. „Diese Leute sind tatsächlich nicht allzu gefährlich, was mich manchmal stört ist, dass man einen sehr schlechten Überblick darüber hat, ob jemand, als verdächtig zählt oder nicht. Doch niemand braucht sich jetzt Sorgen zu machen. Das sind absolute Ausnahmen“.

Wenn ein Schüler etwas zerstört, muss er ein Protokoll schreiben und das dann an seine Eltern schicken. „Eine neue Regel gibt es jetzt. Wenn ein Schüler zu viel Verwarnungen im Unterricht bekommt, muss er mir bei meiner Arbeit helfen und bekommt Strafarbeiten“.
Für die Sicherheit der Schüler gehören aber auch Seminare zum Job eines Hausmeisters. Alle zwei Jahre muss zum Beispiel eine kleine Auffrischung des Fachwissens her im Bereich Erste Hilfe. Dies ist Pflicht.

Vor allem aber ist der Hausmeister nicht nur für unsere Schule zuständig. Um die nebenan liegende Grundschule Tiefenriede kümmert er sich auch. Außerdem fungiert er als Vertretung der Hausmeister an fast jeder Schule, die im Bezirk 2 von der Karte der Organisation Regionale Schulbetreuung liegt.

Unser Hausmeister ist also nicht nur für unsere Schule wichtig, er übernimmt viele Aufgaben und trotzdem macht es Herrn Brodhagen nach den Jahren immer noch sehr viel Spaß.

IMG_0418__1280x853_.jpg
IMG_0427__1280x853_.jpg
IMG_0436__1280x853_.jpg