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Sechs Stunden Homelearning pro Tag – Leben und Leider der Zwölftklässler*innen

Erstellt von Sophie | |   1

Nach fast zwei Monaten Homelearning kehren die Zwölftklässler*innen endlich in die Schule zurück. Wie war es, jeden Tag alleine zu lernen? Sophie hat sich umgehört.

Noch immer ist die Schule verhältnismäßig leer, nur wenige Zwölftklässler*innen und Lehrer sind hier. Ähnlich dem ausgefallenen Waffelduft, den es zum Tag der Offenen Tür gegeben hätte, ist dies der Coronakrise zuzuschieben. Aber was machen die Schüler*innen, die nicht in der Schule sind? Ganz klar: Homelearning. In der SEK I soll man bislang nur ca. drei Stunden am Tag für die Schule arbeiten, in der SEK II jedoch ganze sechs Stunden. Aber reicht das, um den verlorenen Stoff nachzuholen? Oder die Masse an Aufgaben zu bewältigen?

Nein, sagen zwei befragte Zwölftklässlerinnen. „Für kleine Aufgaben, für die sonst ein paar Stichpunkte gereicht hätten, da man sie mündlich genauer ausführen kann, braucht man jetzt ewig um sie auszuformulieren.“, so kritisierte meine Interviewpartnerin.  Außerdem seien neue Inhalte per Selbststudium oder ohne geplanten Einstieg schwerer zu lernen, was auch mehr Zeit kostet.

Teilweise gibt es auch Unterricht per Videokonferenz, wobei es mehr „kurzes Besprechen der Aufgaben und Klären von Unklarheiten“ ist als wirklicher Unterricht. Trotzdem lasse sich per Videokonferenz relativ realer Unterricht durchführen. Und das trotz dessen, „dass bisher eigentlich immer technische Probleme aufgetreten sind oder der Server von I-Serv ausgelastet war, was das Ganze sehr nervenaufreibend macht.“ Manchmal käme vom Lehrerton auch nur die Hälfte an, was nicht so wirklich Sinn macht, weshalb manche Kurse schon zu einem anderen Portal gewechselt wären.

Es sei „ein bisschen witzig, weil das Bild von Schülern, die es sich mit Kopfhörern in ihrem Schreibtischstuhl bequem machen und einen Punkt unterhalb der Kamera fixieren (für den Zuschauer also quasi ins Nichts starren) natürlich kein üblicher Anblick im Klassenraum ist.“, wenn man die Mitschüler per Videochat wiedersieht, wobei beide sich sicher sind, dass nur Ton auch reichen würde.

Allgemein sei „das Selbststudium zum Teil auch hilfreich“, vor allem, „weil man die Gelegenheit hatte, ältere Themen, die man in der Schule nicht ganz verstanden hat, noch mal durchzugehen“. Trotzdem freue sie sich, wenn irgendwann einmal wieder die nicht ganz so stressige (vom Ausschlafen mal abgesehen) Normalität in der Schule wieder eintritt. Des weiteren seien gerade während dieser Zeit gut vorbereitete Lehrer ungemein hilfreich, schon allein, wenn sie gut mit dem Aufgabenmodul auf I-Serv klarkommen. „Und klar gestellte Aufgaben sind jetzt wichtiger denn je“, da kein Lehrer oder Mitschüler mehr da ist, der einem den entscheidenden Stoß auf den richtigen Weg geben kann.

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